Artesunat – ein anspruchsvolles Molekül mit selektiver Wirkung

Krebs ist mit ca. 12,7 Millionen neuen Fällen und 7,6 Millionen Todesfällen jährlich eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Herkömmliche Krebstherapien, wie Chemotherapie, Chirurgie und Strahlentherapie, haben eine begrenzte Effizienz, eine hohe Toxizität und sind oft mit der Entwicklung von Arzneimittelresistenz verbunden.

In diesem Zusammenhang bleiben Pflanzen eine wichtige Quelle für Krebsmedikamente, wie beispielsweise Paclitaxel, Vincristin, Vinorelbin, Teniposid oder Camptothecin.

Tatsächlich sind 42% aller zugelassenen Krebsmedikamente natürliche Produkte oder Mittel, die aus Naturprodukten und Halbsynthese stammen.

Das Anti-Malaria-Artesunat und seine Derivate sind neue vielversprechende Anti-Krebs-Verbindungen.

Artesunat kann sehr selektiv bei der Abtötung von Krebszellen sein und hat ein breites Wirkungsspektrum.

Artesunat ist ein natürlich vorkommendes Sesquiterpenlacton mit einem 1,2,4-Trioxanringsystem. Die Spaltung seiner Endoperoxidbrücke und die Bildung von freien Radikalen sind essentielle Ereignisse, sowohl für die Malariabehandlung, als auch für die Anti-Krebs-Aktivität.

Einige der Nachteile von Artesunat, wie geringe Löslichkeit, kurze Plasmahalbwertszeit und schlechte Bioverfügbarkeit, wurden durch halbsynthetische oder vollsynthetische Artemisininderivate überwunden.

Um die Zytotoxizität gegenüber Krebszellen zu erhöhen, können Artesunat an Krebszellen zielende Moleküle markiert werden, z.B. mit speziellen Eisenzubereitungen.

Obwohl sich in den letzten Jahren viele Studien auf die Anti-Tumor-Wirkungsweise von Artesunat konzentriert haben, ist der zugrundeliegende molekulare Mechanismus noch nicht vollständig verstanden.

Artemisinine im Artesunat können die Anti-Krebs-Aktivität dadurch ausüben, indem sie viele zelluläre Signalwege stören. Sie zeigen antiproliferative, proapoptotische, anti-metastatische und antiangiogene Aktivität in vitro. ( vgl. Efferth T. et al. )

Dieser multimodale Wirkmechanismus könnte die Wirksamkeit von Artemisinin-Verbindungen bei multiresistenten Krebsarten erklären. Um diese These wissenschaftlich zu überprüfen, arbeite ich mit der Universitätsklinik Mainz zusammen und wir entwickeln ein entsprechendes Forschungsvorhaben bei der klinischen Anwendung von Artesunat.

Ein weiterer Vorteil von Artesunat in der Krebstherapie ist die Möglichkeit, in synergetischen Kombinationen mit traditionellen Chemotherapeutika, Bestrahlung und der Vitamin B17 – Amygdalin eingesetzt zu werden, wodurch die Dosierung und die Nebenwirkungen dieser Arzneimittel reduziert werden.

 

 

Die hier postulierten Wirkungen meiner Therapie beruhen im Wesentlichen auf den Erkenntnissen vorklinischer Studien sowie den Erfahrungen aus den von mir durchgeführten Behandlungen. Die Schulmedizin verlangt für den wissenschaftlichen Nachweis einer Wirkung regelmäßig die Durchführung placebokontrollierter Humanstudien an einer repräsentativen Anzahl von Probanden. Solche Studien liegen für die hier vorgestellten Behandlungen (noch) nicht vor. Meine Postulate sind daher nach den Maßstäben der evidenzbasierten Medizin nicht wissenschaftlich anerkannt.